Sonntag, 15. Mai 2011

Januar - Mai 2011 - Lesepaten für dei IGS Volkmarode

Seit dem Start der sozialen Projekte bei der Siemens AG in Braunschweig wurden viele Einzelprojekte durchgeführt. All diese Projekte zeichneten sich u. a. dadurch aus, dass eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen einen ganzen Tag oder Nachmittag gemeinschaftlich etwas Neues geschaffen haben (z.B. Terrasse gepflastert, Keller renoviert etc.).Die 7 Lesepaten an der IGS Volkmarode haben ihre von Siemens gespendete Zeit über einen großen Zeitraum (Januar bis Mai) verteilt. Jeweils dienstags und donnerstags Nachmittag traf man sich in der Bücherei der IGS Volkmarode mit Kindern, um an einer Verbesserung der vorhandenen Leseschwächen zu arbeiten. 6-8 Kinder freuten sich auf die Lesepaten, die dann in Gruppen von 2-3 Kindern gelesen haben. Lesen im Sinne von Vorlesen. Aber Vorlesen durch die Kinder! Der Lesepate hatte die Aufgabe, parallel mitzulesen und die Kinder auf die jeweiligen Vorlesefehler hinzuweisen.

So hatten die Lesepaten sich das vorgestellt. Doch diese mussten feststellen, dass ein Kind zwar einen Text flüssig vorlesen, doch im Anschluss keineswegs den Inhalt wiedergeben kann. Auch war nicht jedes Wort, das wir als Erwachsene als selbst-verständlich empfinden, für Kinder mit Leseschwäche zu verstehen. Das Hinterfragen des Inhalts von Absätzen, die Frage nach der Bedeutung von Worten wie "Piktogramm" oder "Hausfront", das Erläutern von Begriffen wie "in die Bresche springen" führte tlw. zu spannenden Unterhaltungen und Diskussionen mit den Kindern.

Dass man gemeinsam glaubte, in einem Wimmel-Buch einen Fehler entdeckt zu haben und der Verlag der pfiffigen Leserin als Dankeschön ein Buch schenkte, war für alle Beteiligten ein zusätzlicher Spaß. Denn... selbst die erwachsenen Lesepaten hatten nicht bemerkt, dass der Fehler kein Fehler … sondern ein Feature war.

Die Gruppe der Siemens-Lesepaten konnte natürlich nicht jeden Dienstag und Donnerstag komplett antreten. Dazu sind unsere täglichen Verpflichtungen zu kurzfristig geplant und die von Siemens als Spende zur Verfügung gestellte Arbeitszeit hätte nicht gereicht. Die Gruppe hatte sich zu der Lösung entschlossen, eine Aufteilung in 2 Teams vorzunehmen.

Die Absprache in den entstandenen Teams war, sich innerhalb der Teams gegenseitig zu vertreten. Immerhin waren die Lesepaten die Verpflichtung eingegangen, wöchentlich 2 Nachmittags-AGs in der IGS zu gestalten. Einfach wegbleiben war ausgeschlossen. Die gegenseitige Vertretung war aufgrund der tlw. unplanbaren Dienstreisen und Besprechungen mehrfach wirklich nötig. Da zeigte sich, dass wir in der Abwicklung von schwierigen Kundenprojekten echte Profis sind.

Ihren Erfolg konnten die Lesepaten unmittelbar messen. Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen wurden ruhiger und konzentrierter, Kinder mit Leseschwäche brachten von Zuhause Bücher mit, die sie schon angefangen hatten zu lesen. Sicherlich war nicht zu erwarten, dass Kinder mit Leseschwäche immer hochmotiviert zum Lesetraining kommen. Doch auch diese Hürde wurde durch die Lesepaten gut gemeistert.

Mitte Mai war der letzte Tag der Leseförderung gekommen. Alle Beteiligten von der Bürgerstiftung über die Schule bis zu den Lesepaten haben voneinander und miteinander eine Menge gelernt, gelacht und organisiert.